Gabor Granger-Verfahren


Ziel des Gabor Granger-Verfahrens

Ziel des Verfahrens ist es, den Zusammenhang zwischen Preis und Absatz innerhalb einer definierten Zielgruppe zu ermitteln. Dabei wird der Befragte direkt nach seiner Preisbereitschaft gefragt.

Das Gabor Granger-Verfahren ist sehr einfach durchzuführen und erfordert einen verhältnismäßig geringen Erhebungsaufwand.

BEFRAGUNGSTECHNIK

Der Befragte wird für eine Reihe von definierten Preispunkten gefragt, ob er das untersuchte Produkt zu diesem Preis kaufen würde. Über alle Befragten der Stichprobe hinweg werden die Angaben für jeden Preispunkt kumuliert und so die „Nachfrage“ abgeleitet. Auf diese Art wird eine Preis-Absatz-Kurve ermittelt. Für jeden Preis kann der Umsatz berechnet werden und daraus der optimale Preispunkt ermittelt werden.

Mögliche Vorgehensweisen:

  • Bei der monadischen Abfrage wird jedem Befragten genau ein Preis vorgegeben und die Kaufbereitschaft dafür abgefragt.
  • Bei der randomisierten Abfrage wird jeder Befragte für eine Reihe von Preisen gefragt, ob er das Produkt dafür kaufen würde (etwa 5 bis 10 Preise).
  • Mit einer systematischen Abfrage wird für jeden Befragten sein exaktes Preislimit ermittelt.

Vorteil der monadischen Methode ist, dass die Preispunkte sich nicht gegenseitig beeinflussen. Sie ist damit realistischer. Allerdings benötigt man sehr große Stichproben, um reliable Ergebnisse zu erzielen.

Demgegenüber ist die Informationsdichte bei der randomisierten Abfrage höher und man benötigt weniger Fälle. Um den durch die gegenseitige Beeinflussung der Preispunkte bedingten Verlust an Validität möglichst gering zu halten, werden die Preispunkte zufällig gemischt vorgegeben.

Die höchste Informationsdichte pro Befragtem erzielt man mit einer systematischen Abfrage von Preisen, wie im nachfolgenden Beispiel zu sehen.

NACHTEILE

Wie das Price Sensitivity Measurement hat das Gabor Granger-Verfahren den Nachteil, die Wettbewerbssituation im Markt außer Acht zu lassen. Wenn ein Produkt von 50% der Stichprobe zu einem bestimmten Preis „gekauft“ wird, dann wird dieser Anteil in der Realität kaum zu erzielen sein. Es muss sich den Absatz mit den Wettbewerbern teilen, die bei ihrem Marktpreis ebenfalls von einem Teil der Zielgruppe akzeptiert werden.

Außerdem ist die Zielsetzung für den Befragten leicht zu durchschauen und verleitet daher zum Taktieren.

VORTEILE

Das Verfahren liefert dennoch grundlegende Informationen über den wahrgenommen Geldwert durch die Zielgruppe und ist besonders dort geeignet, wo es keinen direkten Wettbewerb gibt (z.B. bei Informationsdiensten durch Mobilfunk-Betreiber oder Online-Navigations-Angeboten von Auto-Herstellern).

Befragungs- und Analyseaufwand sind gering.

Ansprechpartner Gabor Granger-Verfahren

Johannes Lüken
+49 40 25 17 13 22
jlueken@ifad.de